InFlos Methodensammlung
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Entscheidungsmatrix
Wann wende ich die Entscheidungsmatrix an?
- Wenn ich priorisiere und Entscheidungen treffen möchte
- Nach der Methode Punkten
- Um die Teilnehmenden mitzunehmen
- Für mehr Klarheit
Wie wende ich die Entscheidungsmatrix an?
- Ich zeichne die Entscheidungsmatrix an (streng genommen ist es eine Nutzen-Aufwand-Matrix, da der Nutzen auf der X-Achse eingezeichnet ist).
- Die X-Achse beschrifte ich unten links mit hoher Nutzen und unten rechts mit sehr hoher Nutzen
- Die Y-Achse beschrifte ich unten links mit geringer Aufwand und oben links mit hoher Aufwand
- Ich schätze den relativen Nutzen der einzelnen Ideen/Maßnahmen ab und positioniere sie auf dem Chart. Alternativ kann dies mit der Methode "Punkten" gemeinschaftlich geschehen
- Im Diskurs mit dem Plenum schätze ich den Aufwand der einzelnen Maßnahmen
- Nachdem alle Ideen/Maßnahmen eingestuft sind achte ich zunächst auf die Ideen/Maßnahmen unten rechts (hoher Nutzen, geringer Aufwand). Diese sollten zuerst umgesetzt werden.
- Für 2-3 Maßnahmen/Ideen wird eine verantwortliche Person für eine Konzepterstellung oder die direkte Umsetzung definiert inklusive ggf. einem Unterstützer-Team. Zudem wird ein Datum definiert, bis zu welchem die Aufgabe umgesetzt sein soll.
Konkretes Beispiel: Die Entscheidungsmatrix im Rahmen des Strategieworkshops des TV Senden-Ay im April 2023 (~20 TN)
- Zunächst wurden Druckpunkte und Ideen zur Überwindung definiert.
- Die Ideen wurden wieder bepunktet.
- Anschließend schätzten wir an der Entscheidungs-Matrix den Aufwand. Der Nutzen ergab sich bereits durch die Punkte.
- Im Gremium beschlossen wir 4 Maßnahmen anzupacken; dafür wurde gefragt wer Interesse habe an dem Thema zu arbeiten. Anschließend habe ich das Team gefragt, wer sich den Hut aufsetzen möchte. Zugleich haben wir konkrete Termine definiert zu denen wir fertig sein wollten.
Hier ein Blick auf das Ergebnis der Entscheidungsmatrix. Die bunten Markierungsstreifen stammen aus der Methode Punkten. Die gelben Zettel definieren, wer mit wem sich bis wann sich der Idee annimmt.
Varianten & Tipps:
- Hier darf/muss man als Moderator mutig sein und Entscheidungen treffen; ggf. kann im Nachgang noch nachjustiert werden
- Falls man schnelle Erfolge sucht („Quick Wins“ / „Low Hanging Fruits“), orientiert man sich bei Maßnahmen/Ideen mit geringem Aufwand (unten).
- Die Ideen/Maßnahmen mit hohem Nutzen (ganz rechts stehend) sollten nicht einfach ignoriert werden.
- Die tatsächliche Definition des Teams und der verantwortlichen Person inklusive Umsetzungsdatums ist sehr zu empfehlen; hier ist Fingerspitzengefühl durch die Moderation notwendig. Es sollte auch eine Person definiert werden, die das Thema nachhält.
- Durch die Methode „Punkten“ ist der Nutzen schnell definiert; ggf. kann man die Anzahl der maximalen und minimalen Punkte an der Beschriftung der X-Achse vermerken.
- Eigentlich sind bei der bekannteren Aufwand-Nutzen-Matrix die Achsen vertauscht; deshalb sind die Seiten verdreht. Der Aufwand lässt sich bei der Entscheidungsmatrix nach meiner Erfahrung jedoch in der Praxis einfacher schätzen (hoher Aufwand auf der Y-Achse oben lässt sich anschaulicher darstellen)