Ich zeichne die Entscheidungsmatrix an (streng genommen ist es eine Nutzen-Aufwand-Matrix, da der
Nutzen auf der X-Achse eingezeichnet ist).
Die X-Achse beschrifte ich unten links mit hoher Nutzen und unten rechts mit sehr hoher Nutzen
Die Y-Achse beschrifte ich unten links mit geringer Aufwand und oben links mit hoher Aufwand
Ich schätze den relativen Nutzen der einzelnen Ideen/Maßnahmen ab und positioniere sie
auf dem Chart. Alternativ kann dies mit der Methode "Punkten" gemeinschaftlich geschehen
Im Diskurs mit dem Plenum schätze ich den Aufwand der einzelnen Maßnahmen
Nachdem alle Ideen/Maßnahmen eingestuft sind achte ich zunächst auf die
Ideen/Maßnahmen unten rechts (hoher Nutzen, geringer Aufwand). Diese sollten zuerst umgesetzt
werden.
Für 2-3 Maßnahmen/Ideen wird eine verantwortliche Person für eine Konzepterstellung
oder die direkte Umsetzung definiert inklusive ggf. einem Unterstützer-Team. Zudem wird ein
Datum definiert, bis zu welchem die Aufgabe umgesetzt sein soll.
Konkretes Beispiel: Die Entscheidungsmatrix im Rahmen des Strategieworkshops des TV Senden-Ay im April
2023 (~20 TN)
Zunächst wurden Druckpunkte und Ideen zur Überwindung definiert.
Die Ideen wurden wieder bepunktet.
Anschließend schätzten wir an der Entscheidungs-Matrix den Aufwand. Der Nutzen ergab
sich bereits durch die Punkte.
Im Gremium beschlossen wir 4 Maßnahmen anzupacken; dafür wurde gefragt wer Interesse
habe an dem Thema zu arbeiten. Anschließend habe ich das Team gefragt, wer sich den Hut
aufsetzen möchte. Zugleich haben wir konkrete Termine definiert zu denen wir fertig sein
wollten.
Hier ein Blick auf das Ergebnis der Entscheidungsmatrix. Die bunten Markierungsstreifen
stammen aus der Methode Punkten. Die gelben Zettel definieren,
wer mit wem sich bis wann sich der Idee annimmt.
Varianten & Tipps:
Hier darf/muss man als Moderator mutig sein und Entscheidungen treffen; ggf. kann im Nachgang
noch nachjustiert werden
Falls man schnelle Erfolge sucht ("Quick Wins" / "Low Hanging Fruits"),
orientiert man sich bei Maßnahmen/Ideen mit geringem Aufwand (unten).
Die Ideen/Maßnahmen mit hohem Nutzen (ganz rechts stehend) sollten nicht einfach ignoriert
werden.
Die tatsächliche Definition des Teams und der verantwortlichen Person inklusive
Umsetzungsdatums ist sehr zu empfehlen; hier ist Fingerspitzengefühl durch die Moderation
notwendig. Es sollte auch eine Person definiert werden, die das Thema nachhält.
Durch die Methode "Punkten" ist der Nutzen
schnell definiert; ggf. kann man die Anzahl der maximalen und minimalen Punkte an der
Beschriftung der X-Achse vermerken.
Eigentlich sind bei der bekannteren Aufwand-Nutzen-Matrix die Achsen vertauscht; deshalb sind
die Seiten verdreht. Der Aufwand lässt sich bei der Entscheidungsmatrix nach meiner
Erfahrung jedoch in der Praxis einfacher schätzen (hoher Aufwand auf der Y-Achse oben
lässt sich anschaulicher darstellen)